Die Richtlinie 2014/41/EU enthält nicht viele Bestimmungen, die sich direkt mit den Rechten der Verteidigung und dem Recht auf ein faires Verfahren befassen. Es gibt jedoch einige in der Richtlinie verankerte Konzepte, die sich indirekt mit dem Grundsatz der Waffengleichheit zu befassen scheinen.

Der Erlass einer Europäischen Ermittlungsanordnung kann von einer verdächtigen oder beschuldigten Person oder von einem Anwalt in ihrem Namen im Rahmen der geltenden Verteidigungsrechte im Einklang mit dem nationalen Strafverfahren beantragt werden.

Die Verteidigung kann sich jedoch nicht auf diesen Artikel berufen, um die Mittel der Mitgliedstaaten zur willkürlichen Sammlung von Beweisen ihrer Wahl zu nutzen. Artikel 1 Absatz 3 sollte vielmehr als leere Hülle verstanden werden, die nur unter Berücksichtigung der nationalen Vorschriften (sofern vorhanden) ausgelegt werden kann. Die Wirksamkeit der Europäischen Ermittlungsanordnung als Mittel der Verteidigung ist daher bestenfalls fragwürdig.