In den verbundenen Rechtssachen C-508/18 (Parquet de Lübeck) und C-82/19 PPU (Parquet de Zwickau) kam der EuGH zum Schluss, dass die deutsche Staatsanwaltschaft nicht als ausstellende Justizbehörde angesehen werden kann und dass die vollstreckende Justizbehörde nicht verpflichtet ist, auf einen von der deutschen Staatsanwaltschaft erlassenen Europäischen Haftbefehl hin tätig zu werden. Dieses Urteil hat viel Aufmerksamkeit erregt, und es wurde die Frage aufgeworfen, wie weitreichend seine Folgen im Rahmen der justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen in der Europäischen Union sind.

In diesem Artikel werden die Folgen dieses Urteils für die kroatische Staatsanwaltschaft erörtert – das EuGH-Urteil hat nämlich keine Auswirkungen auf das kroatische System, und es besteht daher keine Notwendigkeit, kroatische Staatsanwälte vom Begriff „ausstellende Justizbehörde“ im Rahmen der justiziellen Zusammenarbeit auf der Grundlage des Europäischen Haftbefehls auszuschließen.  Der Artikel erörtert auch die Auswirkungen des Urteils des EuGH im Rahmen der justiziellen Zusammenarbeit, die sich auf die Europäische Ermittlungsanordnung stützt.